6 Kirche Saint-Vincent

Das Dorf Les Baux zählte früher drei Kirchen: Saint-André im Tal Vallon de la Fontaine, die erste Gemeindekirche, die es heute nicht mehr gibt, Notre-Dame-du-Château oder Chapelle Sainte-Catherine (12. - 16. Jh.), die Burgkapelle im Inneren der Zitadelle, und die Kirche Saint-Vincent.

Das Gebäude des 12. Jahrhunderts ist ein ehemaliges Priorat, das von der Abtei Saint-Paul de Mausole in Saint-Rémy-de-Provence abhing. Das in den Felsen gehauene südliche Seitenschiff ist charakteristisch für die Bauten in Les Baux. Das große Schiff mit Spitztonnengewölbe wurde 1609 in Richtung Osten verlängert, ohne die romanische Harmonie des Ganzen zu stören. Im Inneren fallen die modernen Fenster von Max Ingrand (1960) auf, die vom Fürsten Rainier III. von Monaco gespendet wurden. Auch die Begräbniskapelle der Familie Manville mit einem spätgotischen Gewölbe im Flamboyantstil ist sehenswert. Eine weitere Kuriosität ist der Karren in der in Fels gehauenen Kapelle, der bei der Pastrage-Zeremonie der Mitternachtsmesse zum Transport des Lammes dient, das die Schäfer opfern.

 

Die Fassade wurde während der Restaurierungen des 19. Jahrhunderts stark verändert. Dies betraf besonders die Treppe, die zuvor an der Mauer entlanglief (sichtbare Abrissspuren). Über der Pforte und einem Fenster in der Mitte ist eine schöne Löwenskulptur zu sehen. Auf der Südseite diente ein eleganter Rundturm mit einer Kuppel mit Wasserspeiern als Totenleuchte. Dort wurde nach der Tradition eine Flamme für die Toten von Les Baux entzündet.